Entfernung von Polypen (Polypektomie) —
Darmpolypen und Magenpolypen verursachen häufig keine Beschwerden, können jedoch das Risiko für Krebs erhöhen. Mit einer Polypektomie lassen sich diese Schleimhautwucherungen in den meisten Fällen bereits während einer Magen- oder Darmspiegelung schonend und sicher entfernen.
Polypen sind Schleimhautwucherungen, die im Darm oder Magen entstehen können. Die meisten Polypen sind gutartig, einige können sich jedoch im Laufe der Zeit zu Darmkrebs entwickeln. Die Entfernung von Polypen, auch Polypektomie genannt, ist deshalb eine wichtige vorbeugende Behandlung. In den meisten Fällen kann die Polypektomie direkt während einer Magen- oder Darmspiegelung durchgeführt werden, sodass ein zusätzlicher Eingriff nicht erforderlich ist.
Anwendungsgebiete einer Polypektomie
Eine Polypektomie wird empfohlen, wenn während einer Darm- oder Magenspiegelung Polypen entdeckt werden. Da sich aus bestimmten Polypen mit der Zeit bösartige Tumoren entwickeln können, ist ihre Entfernung eine wirksame Massnahme zur Vorbeugung von Krebs.
Entfernung kleiner Polypen
Kleine Polypen können in den allermeisten Fällen direkt während der Darmspiegelung entfernt werden. Dabei wird der Polyp mit einer feinen Schlinge umfasst, von der Darmwand abgetrennt und anschliessend über das Endoskop geborgen. Dieses Verfahren ist in der Regel schmerzlos und nur mit einem geringen Komplikationsrisiko verbunden.
Behandlung grösserer Polypen
Grössere Polypen mit einem Durchmesser von mehr als zwei Zentimetern lassen sich häufig nicht in einem Stück entfernen. In diesen Fällen erfolgt die Abtragung oft schrittweise (Piecemeal-Resektion). Da dabei ein etwas höheres Risiko für Blutungen oder andere Komplikationen besteht, kann nach dem Eingriff eine Überwachung im Spital erforderlich sein.
Spezielle Resektionstechniken
Befindet sich ein grosser Polyp an einer Stelle, an der eine vollständige Entfernung in einem Stück besonders wichtig ist – beispielsweise im Enddarm –, kommen spezielle endoskopische Verfahren zum Einsatz. Dazu gehört die Endoskopische Submukosadissektion (ESD). Bei dieser Technik wird der Polyp mitsamt einer tieferen Gewebeschicht entfernt.
Wann ist eine Operation notwendig?
In einigen Situationen reicht eine endoskopische Entfernung nicht aus. Besteht bereits ein deutlicher Verdacht auf Darmkrebs oder befindet sich der Polyp an einer anatomisch schwierigen Stelle – beispielsweise im Bereich des Blinddarms –, kann eine chirurgische Entfernung des betroffenen Darmabschnitts die sicherere Behandlungsoption sein. Welche Methode im Einzelfall empfohlen wird, hängt von Grösse, Lage und Beschaffenheit des Polypen ab.
Ablauf einer Polypektomie
Vorbereitung
Die Polypektomie erfolgt in der Regel im Rahmen einer geplanten Magen- oder Darmspiegelung. Vor einer Darmspiegelung muss der Darm vollständig gereinigt werden, damit die Schleimhaut gut beurteilt werden kann. Während der Untersuchung erhalten die meisten Patientinnen und Patienten ein Beruhigungs- oder Schlafmittel.
Entfernung des Polypen
Sobald der Polyp entdeckt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand seiner Grösse und Form über die geeignete Entfernungstechnik. Kleine Polypen werden meist mit einer Schlinge abgetragen. Flache oder grössere Polypen werden häufig zunächst durch eine Flüssigkeitsinjektion unter der Schleimhaut angehoben, um sie sicherer entfernen zu können. Anschliessend wird das entfernte Gewebe zur feingeweblichen Untersuchung eingeschickt.
Nach dem Eingriff
Nach der Untersuchung bleiben Patientinnen und Patienten noch für kurze Zeit zur Überwachung in der Klinik. Treten keine Beschwerden auf, ist in den meisten Fällen eine Entlassung am selben Tag möglich. Nach der Entfernung grösserer Polypen oder nach komplexeren Eingriffen kann hingegen ein stationärer Aufenthalt zur Beobachtung notwendig sein.
Wirksamkeit einer Polypektomie
Die Polypektomie zählt zu den wirksamsten Massnahmen zur Vorbeugung von Darmkrebs. Durch die vollständige Entfernung eines Polypen wird verhindert, dass sich daraus später ein bösartiger Tumor entwickeln kann. Gleichzeitig ermöglicht die feingewebliche Untersuchung eine genaue Beurteilung, ob bereits Vorstufen oder Krebszellen vorhanden sind.
In über 90 Prozent der Fälle können Polypen vollständig während der Darmspiegelung entfernt werden. Dadurch lässt sich eine Operation häufig vermeiden. Sind Polypen besonders gross oder bereits bösartig verändert, können zusätzliche Behandlungen oder engmaschige Kontrolluntersuchungen erforderlich sein.
Häufige Fragen zur Polypektomie
Muss ich nach einer Polypektomie erneut zur Darmspiegelung?
Ja. Wie schnell eine Kontrolluntersuchung empfohlen wird, hängt von der Anzahl, Grösse und feingeweblichen Beschaffenheit der entfernten Polypen ab. Ihr Behandlungsteam legt anhand der Untersuchungsergebnisse das für Sie passende Kontrollintervall fest.
Wann erhalte ich das Ergebnis der Gewebeuntersuchung?
Alle entfernten Polypen werden im Labor mikroskopisch untersucht. Das endgültige Ergebnis liegt meist nach wenigen Tagen bis etwa zwei Wochen vor. Erst danach kann sicher beurteilt werden, ob es sich ausschliesslich um gutartige Veränderungen oder um Krebsvorstufen beziehungsweise bösartige Zellen handelt.
Muss ich nach dem Eingriff auf etwas achten?
Nach einer ambulanten Untersuchung mit Beruhigungs- oder Schlafmittel dürfen Sie am selben Tag nicht selbst Auto fahren oder Maschinen bedienen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin informiert Sie ausserdem darüber, wann Sie wieder normal essen, Sport treiben oder blutverdünnende Medikamente einnehmen dürfen.
Können Polypen nach der Entfernung erneut entstehen?
Der entfernte Polyp wächst an derselben Stelle in der Regel nicht mehr nach, sofern er vollständig entfernt wurde. Allerdings können sich im Laufe der Zeit an anderen Stellen des Darms neue Polypen bilden. Deshalb sind die empfohlenen Kontrolluntersuchungen wichtig, um neue Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls zu entfernen.
Krankheitsbild
Diese Behandlungsmethode kann bei folgenden Krankheitsbildern in Betracht gezogen werden.