Urologische Infektionen —
Infektionen des Harntraktes und der Geschlechtsorgane sind sehr häufige Erkrankungen des Menschen und können mit den Methoden der modernen Medizin wirkungsvoll behandelt werden. Infektionen werden fast immer durch Bakterien, Viren oder Pilze verursacht. Gelegentlich gelingt auch kein direkter Erregernachweis.
Die Urologin/der Urologe behandelt Infektionen der Harnröhre, der Harnblase, der Niere und der männlichen Geschlechtsorgane (Prostata, Hoden und Nebenhoden). Häufige Symptome von Infektionen sind Fieber, Abgeschlagenheit und Schmerzen im Bereich der betroffenen Organe (z.B. Niere, Harnblase). Weitere Zeichen einer Entzündung können eine Schwellung des betroffenen Organs (z.B. Hoden, Nebenhoden), häufiges und schmerzhaftes Wasser lösen und gelegentlich auch eine Überwärmung und Rötung der dem Organ benachbarten Haut (z.B. bei einem Abszess) sein. Hinter einer Infektion können sich gelegentlich auch andere Grundleiden verbergen, die eine Infektion begünstigen, wie eine Zuckerkrankheit, ein neurologisches Leiden oder eine Immunschwäche. Faktoren, die Infektionen «Tür und Tor» öffnen, sind u.a. ein Rückstrom von Urin aus der Blase in die Nieren (Refluxkrankheit) oder eine Abflussbehinderung des Urins durch Harnleiterengen oder eine Vergrösserung der Prostata.
Nach einem ausführlichen Gespräch sowie einer körperlichen Untersuchung kombiniert mit einer Ultraschalluntersuchung der Nieren und der Harnblase wird gemeinsam ein Behandlungs- bzw. Untersuchungsplan vereinbart, welcher sowohl die aktuelle Infektion als auch eine eventuell zugrunde liegende Erkrankung berücksichtigt.
Diagnostik
Folgende Methoden können zur Diagnosestellung zum Einsatz kommen.
Blasenspiegelung (Zystoskopie)
Wenn der Verdacht besteht, dass die Blase einen krankhaften Prozess aufweist, führt die Urologin oder der Urologe eine sogenannte Zystoskopie durch, das heisst eine endoskopische Beurteilung der Harnblase.
Computertomographie (CT)
Die Computertomographie (CT) erzeugt mit Hilfe von Röntgenstrahlen Querschnittsbilder des menschlichen Körpers. Dabei werden je nach Bedarf in sehr kurzer Zeit (Sekunden) grosse Körperabschnitte wie Kopf, Brust-, Bauchraum, Becken und Extremitäten in hoher Qualität abgebildet. Als schnelles und jederzeit verfügbares Schnittbildverfahren kann sie ein breites Spektrum von Fragestellungen beantworten.
Magnetresonanztomographie (MRT)
Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist eine äusserst wertvolle, schmerzlose Untersuchung, die es den Radiologen und Radiologinnen erlaubt, Bilder von Ihrem Körperinnern zu erzeugen, die mit anderen bildgebenden Methoden nicht dargestellt werden können. Mit Hilfe eines starken, dauernd vorhandenen Magnetfeldes wird die Verteilung und Menge von Wasserstoffatomen im Körper gemessen und mittels eines leistungsstarken Computers Bilder berechnet. Während der Untersuchung wird in aller Regel eine Serie von Querschnittsbildern mit unterschiedlichem Bildkontrast aufgenommen.
Ultraschall (Sonographie)
Ultraschall, oder auch Sonographie genannt, ist die Anwendung von Ultraschallwellen (vergleichbar der Schallwellen in Sprache oder Musik) als bildgebendes Verfahren unter anderem zur Untersuchung von organischem Gewebe in der Medizin.
Urodynamik
Diese Techniken kommen als diagnostische Hilfs-Untersuchungen zur Anwendung, wenn die genaue Leistung und Funktion der Harnblase abgeklärt werden soll.