Halsschlagader Verengung (Carotisstenose)

Hierbei kommt es zu einer krankhaften Einengung der Halsschlagadern, die das Gehirn mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Ursache ist meist eine Gefässverkalkung (Arteriosklerose), an der sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden können. Lösen sich solche Gerinnsel oder Teile davon, können sie ein Hirngefäss verstopfen und einen Schlaganfall auslösen. Die Carotisstenose entwickelt sich oft über Jahre unbemerkt, ist jedoch eine der wichtigsten vermeidbaren Ursachen für Durchblutungsstörungen des Gehirns

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    Beschreibung

    Was ist eine Halsschlagader‑Verengung?

    Die Halsschlagader‑Verengung, medizinisch Carotisstenose, bezeichnet eine Einengung der Halsschlagader aufgrund einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose), bei der sich Ablagerungen (Plaques) an der Gefässinnenwand festsetzen. Diese sogenannten Plaques bestehen aus Fett, Kalk und Entzündungszellen. Sie verengen nicht nur das Gefäss, sondern können auch instabil werden, wodurch sich Blutgerinnsel[SAHM1] bilden oder ablösen und die Hirndurchblutung plötzlich unterbrechen.

    Welche Halsschlagadern sind betroffen?

    Der Mensch besitzt auf jeder Halsseite eine Halsschlagader (Arteria carotis communis), insgesamt also zwei. Diese teilt sich beidseits im Halsbereich in eine äussere Halsschlagader (Arteria carotis externa), welche vor allem Gesicht und Hals versorgt, und eine innere Halsschlagader (Arteria carotis interna), die für die Blutversorgung des Gehirns verantwortlich ist.
    Eine Halsschlagader-Verengung betrifft in den meisten Fällen eine der inneren Halsschlagadern, insbesondere im Bereich der Gefässaufzweigung.

    Schweregrade der Carotisstenose

    Der Schweregrad wird in Prozent angegeben und beschreibt, wie stark das Gefäss eingeengt ist. Man unterscheidet geringgradige, mittelgradige und hochgradige Stenosen, die jeweils mit einem unterschiedlich hohen Schlaganfallrisiko verbunden sind. Bei höhergradigen Stenosen beträgt das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden 1-2% pro Jahr.

    Verlauf der Erkrankung

    Die Erkrankung schreitet meist langsam fort, verläuft häufig asymptomatisch und wird nicht selten zufällig im Rahmen einer Vorsorge‑ oder Abklärungsuntersuchung entdeckt. Beschwerden treten häufig erst auf, wenn die Verengung bereits ausgeprägt ist oder wenn es durch ein Gerinnsel zu einer akuten Durchblutungsstörung oder Schlaganfall kommt.

    Halsschlagader‑Verengung: Symptome

    Viele Carotisstenosen verursachen lange Zeit keine Symptome. Beschwerden entstehen meist plötzlich und sind Ausdruck einer vorübergehenden oder anhaltenden Minderdurchblutung des Gehirns. Diese Warnzeichen sollten umgehend medizinisch abgeklärt werden.

    Vorübergehende Sehstörungen

    Kurzzeitiger Sehverlust oder verschwommenes Sehen auf einem Auge (Amaurosis fugax) entsteht durch eine kurzfristige Durchblutungsstörung der Netzhaut. Betroffene beschreiben dies häufig als «Vorhang», der sich vor das Auge schiebt.

    Lähmungen oder Kraftverlust

    Plötzlich auftretende Schwäche oder Lähmung von Gesicht, Arm oder Bein – meist einseitig – sind typische Symptome einer gestörten Hirndurchblutung.

    Sprach‑ und Sprechstörungen

    Schwierigkeiten beim Sprechen, Wortfindungsstörungen oder ein verwaschener Sprachfluss können auftreten, wenn sprachrelevante Hirnareale betroffen sind.

    Schwindel und Gangunsicherheit

    Durch eine verminderte Durchblutung bestimmter Hirnregionen kann es zu Schwindel, Koordinationsstörungen oder Unsicherheit beim Gehen kommen.

    Transitorische ischämische Attacke (TIA)

    Eine TIA ist ein kurzfristiger neurologischer Ausfall, der sich innerhalb von 24 Stunden vollständig zurückbildet. Sie gilt als ernstes Warnsignal für einen drohenden Schlaganfall.

    Entstehung und Ursachen der Halsschlagader‑Verengung

    Die Hauptursache ist die Arteriosklerose, eine chronische Erkrankung der Gefässe. Dabei führen Entzündungsprozesse zu Ablagerungen an der Gefässwand, die das Gefäss zunehmend einengen und die Blutgerinnung begünstigen.

    Risikofaktoren

    Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, Diabetes mellitus, erhöhte Cholesterinwerte, Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht.

    Alter und genetische Faktoren

    Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit deutlich an. Auch eine familiäre Vorbelastung kann das Risiko erhöhen.

    Vorbeugung

    Ein gesunder Lebensstil sowie die konsequente Behandlung von Risikofaktoren können das Fortschreiten der Erkrankung deutlich verlangsamen.

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    Diagnostik

    Diagnostik

    Neben der Anamnese, einem Gespräch zwischen Patient/in und Ärztin/Arzt, in dem die Beschwerden und die Krankengeschichte geschildert werden, und einer körperlichen Untersuchung ohne technische Geräte, die wichtige Hinweise auf die Ursache aber auch den Schweregrad einer Erkrankung gibt, kann folgende Diagnostik zum Einsatz kommen. Ziel ist eine präzise Einschätzung des individuellen Schlaganfallrisikos.

    Doppleruntersuchungen / Duplexsonographie / CEUS (Contrast enhanced Ultrasound)

    Ultraschalluntersuchungen der Blutgefässe bei denen die Blutflussgeschwindigkeit und davon abhängig Stenosen oder Verschlüsse diagnostiziert werden.

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    CT-Angiographie

    Bei einer CT-Angiographie (CTA) handelt es sich um ein spezielles radiologisches Untersuchungsverfahren, eine Art Schichtröntgen. Die Computertomographie des Gefässsystems stellt dreidimensionale Querschnitt- oder Schichtaufnahmen zur Verfügung. Anhand dieser Bilder lässt sich beurteilen, wie es um die Gesundheit der Gefässe bestellt ist.

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    Magnetresonanztomographie MRT

    Die Magnetresonanztomographie MRT ist eine äusserst wertvolle, schmerzlose Untersuchung, die es den Radiologen und Radiologinnen erlaubt, Bilder von Ihrem Körperinnern zu erzeugen, die mit anderen bildgebenden Methoden nicht dargestellt werden können. Mit Hilfe eines starken, dauernd vorhandenen Magnetfeldes wird die Verteilung und Menge von Wasserstoffatomen im Körper gemessen und mittels eines leistungsstarken Computers Bilder berechnet. Während der Untersuchung wird in aller Regel eine Serie von Querschnittsbildern mit unterschiedlichem Bildkontrast aufgenommen.

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    Behandlungen

    Behandlungen

    Die Therapie bei einer Halsschlagader-Verengung richtet sich nach dem Schweregrad der Verengung, dem Vorliegen von Symptomen und dem individuellen Risiko. Grundlage jeder Behandlung ist zunächst die konsequente Behandlung und Einstellung der kardiovaskulären Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes oder Rauchen. Zusätzlich können folgende Behandlungen zur Anwendung kommen.

    Häufige Fragen

    Häufige Fragen

    Warum kann eine Halsschlagader-Verengung (Carotisstenose) einen Schlaganfall auslösen?

    Durch Ablagerungen können sich Blutgerinnsel bilden, die Hirngefässe verstopfen und so die Sauerstoffversorgung unterbrechen.


    Ist eine vollständige Verstopfung möglich?

    Ja. Wird ein Gefäss plötzlich vollständig verschlossen, kann es zu einem schweren Schlaganfall kommen.


    Wie häufig sind symptomlose Verläufe?

    Ein grosser Teil der Betroffenen hat lange Zeit keine Beschwerden.


    Kann das Fortschreiten aufgehalten werden?

    Ja, durch Medikamente und Lebensstiländerungen lässt sich das Risiko deutlich senken.


    Wann ist eine Operation sinnvoll?

    Vor allem bei hochgradigen Verengungen oder bei bzw. nach neurologischen Symptomen.


    Was ist im Notfall zu tun?

    Bei plötzlichen neurologischen Ausfällen sofort den Notruf (Tel. 144) wählen.


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