Feinnadelpunktion —
Mittels Feinnadelpunktion wird eine unklare Schwellung, Knotenbildung oder Organvergrösserung einfach abgeklärt.
Mit einer dünnen Nadel werden Zellen entnommen, gefärbt und mikroskopisch untersucht. Die Feinnadelpunktion ist mit dem Einstich bei einer Blutentnahme oder Medikamentengabe vergleichbar. Die Entnahme des Probenmaterials erfolgt in der Regel mit Ultraschallkontrolle, um die Treffsicherheit der Feinnadelpunktion zu erhöhen. Eine Feinnadelpunktion dauert ungefähr 15-20 Sekunden. In der Regel wird jede Veränderung zweimal punktiert, um genügend Material für eine zuverlässige Diagnosestellung zu erhalten. Eine spezielle Vorbereitung ist nicht nötig.
In den meisten Fällen äussert sich eine Feinnadelpunktion lediglich als Ziehen. Manchmal kommt es zu einem Stechen oder Brennen. Auf Wunsch der Patientinnen und Patienten wird ein lokal betäubendes Eisspray verwendet. Bei Punktionen im Kopf- oder Halsbereich kann es zu ausstrahlenden Schmerzen kommen, welche über die Feinnadelpunktion hinaus noch einige Zeit anhalten können. Gelegentlich bildet sich an der Punktionsstelle ein Bluterguss (Hämatom).
Wichtige Praxishinweise für eine optimale Probenqualität
Punktionsstelle
Bei grösseren Läsionen in der Peripherie punktieren, da das Zentrum oft nekrotisch ist.
Zysteninhalt
Zystenflüssigkeit nativ einsenden. Bei sehr geringer Materialmenge direkt in CytoLyt® (kostenfrei bestellbar) geben.
Blutreiche Läsionen
Mit nur minimalem oder komplett ohne Sog aspirieren, um eine starke Blutbeimengung zu vermeiden.
Nadelempfehlung
Optimal geeignet ist eine 24G-Punktionsnadel (0.55 × 25 mm).
Vakuum entlasten
Vor dem Herausziehen der Nadel aus der Läsion zwingend das Vakuum entlasten.
Sofortige Fixation
Den Ausstrich unmittelbar nach dem Anfertigen mit Fixierspray fixieren (Austrocknung führt zu Artefakten).
Probenaufteilung
Maximal 3–5 Direktausstriche anfertigen. Restliches Material komplett in CytoLyt® geben.
Hinweis zum CytoLyt®-Medium
Das darin asservierte Material ermöglicht unserem Labor die Durchführung von Zusatzuntersuchungen (z. B. HPV-Typisierung) oder die Herstellung eines Zellblocks.
Häufige Fehler bei der Feinnadelpunktion
Zu dicke Punktionskanüle
Führt zu starker Blutbeimengung, welche die diagnostisch relevanten Zellen überlagert. Zudem ergeben sich oft sehr dicke Zellverbände, die zytologisch nur eingeschränkt beurteilbar sind.
Zu hoher Druck beim Ausstreichen
Zerstört die Zellmorphologie (Quetschartefakte) und führt zur schnellen Austrocknung und damit zur Beeinträchtigung der zytologischen Beurteilbarkeit.
Verzögerte Fixierung
Führt zu unvollständiger Probenstabilisierung und Austrocknungsschäden an den Zellen.
Haben Sie Fragen zur Feinnadelpunktion?
Sollten Sie Fragen im Zusammenhang mit der Feinnadelpunktion haben, gibt Ihnen Dr. René Schönegg gerne telefonisch oder per E-Mail Auskunft.