Experimentelle Neurochirurgie I —
Forschungsgruppe Prof Dr. med. Marian Neidert
Wir führen Forschungsprojekte im Bereich der Hirntumorimmunologie durch. Ziel der Arbeiten ist es, Immunsystem aktivierende Strukturen (Antigene) bei Hirntumoren zu identifizieren, welche von speziellen Zellen des Immunsystems, den T-Zellen, erkannt werden. Mit geeigneten Antigenen sollen so in Zukunft immunologische Therapien für Hirntumorpatienten entwickelt werden. Für die Durchführung der Projekte ist die enge Zusammenarbeit der Klinik für Neurochirurgie mit dem Medizinischen Forschungszentrum essentiell. Patientenproben aus dem neurochirurgischen OP des Kantonsspitals St. Gallen werden mit modernsten molekularbiologischen Methoden von den Mitarbeitenden des Labors für Experimentelle Neurochirurgie untersucht und ausgewertet.
Aktuelle Forschungsaktivitäten
In der Forschungsdatenbank von HOCH Health Ostschweiz finden Sie einen Einblick in die Forschungsaktivitäten von Prof. Dr. Marian Neidert. Nachfolgend finden Sie eine Auswahl seiner aktuellen Projekte:
Loco-Regional Immunotherapy of Glioblastoma Using Ex Vivo Expanded Antigen-Specific T cells
Dieses Projekt soll die wissenschaftliche Vorarbeit für eine T-Zelltherapie für Glioblastompatienten bereitstellen. Dabei werden Methoden zur Auswahl der relevanten immunologischen Zielstrukturen (Antigen) sowie das Aufreinigen von antigen-spezifischen T-Zellen und deren Expansion (Vervielfachung) in vitro entwickelt. Das übergeordnete Ziel ist, eine lokale Therapie mit T-Zellen zu entwickeln, die am Patienten über einen Katheter in die Tumorhöhle eingeführt werden.
Finanzierung:
Padella Stiftung (Liechtenstein)
Unus Pro Multis, Martin Hilti Stiftung (Liechtenstein)
Forschungsförderung Kantonsspital St. Gallen
Blumenau-Léonie Hartmann-Stiftung
In Vitro Effects of Tumor-Treating Fields on the Immune Landscape of Glioblastoma
In der Schweiz wurde die Behandlung von Hirntumorpatienten mit elektrischen Wechselfeldern (sogenannten Tumortherapiefeldern, TTF) zugelassen. Diese nicht invasive Therapie wird von der Firma Novocure unter dem Namen „Optune“ angeboten. Neben anderen Therapieeffekten zeigen Vordaten, dass TTF Behandlungen einen immunogenen Zelltod der Tumorzellen verursachen und so die Immunantwort gegen Tumore stimulieren könnten. In diesem Kollaborationsprojekt mit der Firma Novocure wird untersucht, welchen Einfluss TTF auf die Erkennung der Tumore durch Tumor-infiltrierenden Immunzellen hat.
Forschungskollaboration:
Novocure und Kantonsspital St. Gallen
Antigen-Atlas für T-Zell-Therapien gegen Hirntumoren
Glioblastome zählen zu den häufigsten und aggressivsten primären Hirntumoren. Da sie diffus ins Hirngewebe wachsen, können sie chirurgisch nicht vollständig entfernt werden. Auch etablierte Immuntherapien sind nur begrenzt wirksam. Deshalb ist die Prognose für die Betroffenen schlecht und es werden dringend neue Therapieansätze benötigt.
In unserem Forschungsprojekt untersuchen wir, welche Tumorantigene sich besonders gut als Zielstrukturen für T-Zellen eignen. Zudem prüfen wir, ob Immunzellen aus der Peripherie für die Entwicklung von T-Zell-Therapien besser geeignet sind als direkt aus dem Tumor entnommene Zellen. Ein zentrales Ziel des Projekts ist die Erstellung eines „Antigen-Atlas“ für Gliome, der als wertvolle Grundlage für die Entwicklung künftiger Immuntherapien dienen soll.
Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds
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